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Politik & Gesellschaft

Freiheit - im Rahmen der Gesetze


Mit einer Diktatur verbindet man die Empfindung nicht „frei“ zu sein, Verboten und Vorschriften folgen zu müssen, denen man ganz bestimmt nicht frei zugestimmt hat. In der DDR war alles reglementiert - erinnert man sich. Heute ist man frei und darf im Rahmen der Gesetze machen was einem beliebt.


Aufräumen an der Berliner Mauer
©Thierry Noir 
Aber, war das nicht auch so in der DDR? „Im Rahmen der Gesetze“ gab es in der DDR alle Freiheiten. In der DDR durfte jeder Bürger alles im Rahmen der Gesetzmäßigkeiten tun. Und es war vieles durch Gesetze und Verordnungen geregelt.

Pornografische Zeitschriften und Filme durften beispielsweise auch nicht in irgendeiner Schmuddelecke verkauft werden. Der Besitz war zwar nicht verboten, wohl aber der Verkauf. Auch durfte nicht jeder jedes Gewerbe ausüben. Ein Befähigungsnachweis war in ein einigen Branchen genau so an der Tagesordnung wie heute. Selbst eine Musikgruppe, die berufsmäßig öffentlich auftreten wollte, brauchte einen Befähigungsnachweis als Musikschaffender. Heute würde man sich einen solchen Nachweis für Kandidaten bei DSDS und anderen Casting-Shows wünschen. Aber eine spezielle Erlaubnis zum Musikmachen? Wem es nicht gefällt, der kann ja gehen – was zumindest bei einem Konzert auch zu DDR-Zeiten möglich gewesen wäre. Wir DDR Bürger müssen das Thema nicht ausweiten; es ist bekannt, was alles nicht so einfach war.


Rentner hatten in der DDR Reisefreiheit und ein gutes Auskommen
Rentner hatten in der DDR Reisefreiheit und ein gutes Auskommen 
Foto:RSM 

Viel interessanter ist aber die Frage, wie es heute ist. Dass der Verkauf von Pornos kontrolliert wird, ist keine schlechte Idee. Kinder sollten an so etwas auf keinen Fall kommen. Dazu zählt auch die „Ruf-mich-an!“ Werbung in den Medien. Meine Frau kann ohne flimmernden TV nicht einschlafen. Das geht vielen so. Finde ich nicht gut, ist aber so. Wenn unser 7 jähriger Sohn zu Mama ins Bett krabbelt, wäre nichts schlimmer, als wenn eine Frau sich über den TV zum Telefonsex anbietet und der Kleine bekommt das mit. Schon die nackten Damen auf der Titelseite der BILD sind für mich als Vater eines kleinen Kindes nicht wünschenswert. Die BILD ist überall präsent. Müssen unsere Kinder sich schon im Kindergarten wundern, warum Frauen sich derart zeigen? Das hat nichts mit Prüderie zu tun. Aber Kinder sollten etwas anderen in den Fokus gerückt bekommen als Gewalt, Tod und Sex.

Also, was die Medien betrifft, wäre ein „bißchen DDR" schon positiv. Es findet auch nicht meinen Beifall, wenn bereits zur Tageszeit Kinderfilme mit Kraftausdrücken und Beschimpfungen glänzen. Oder in Talkshows Begriffe wie „Wichser“ und „Schlampe“ fallen. Und das zur besten Tageszeit wo Kinder aus der Schule sind und eventuell den Fernseher einschalten. Es sollte mehr auf die Jugend geachtet werden, statt auf gelangweilte Erwachsene, die sich solch eine Berichterstattung rund um die Uhr gerne reinziehen und sich damit der Werbeindustrie als potentielle Konsumenten anbieten.


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Teil 3: Beschränkungen in der DDR
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