Neue Bundesländer | Freistaat Sachsen

Geschichte der Stadt Böhlen ab 1945


Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich vieles in Böhlen.

Am 19. Juli 1946 erließ der Chef der Sowjetische Militäradministration (SMA) des Landes Sachsen den Befehl Nr. 187, wonach die Betriebe der ASW und BRABAK in sowjetisches Eigentum übergingen. Die Liquidation erfolgte im Jahr 1947 und am 1. Januar 1954 wurden die ehemaligen Betriebe der "Aktiengesellschaft Sächsische Werke" und BRABAK zu Eigentum der DDR Volkswirtschaft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Böhlen zu einem wichtigen DDR-Industriestandort der Braunkohle- und Erdölverarbeitung. Der Braunkohlenabbaue wurde in der DDR Zeit extensiv betrieben. Ganze Ortschaften wurden Opfer riesiger Abraumbagger. Sogar der Fluss Pleiße wurde 1951 aufwendig umgebettet. 1952 entstand aus den in deutschen Besitz zurückgeführten Böhlener Betrieben der Volkseigene Betrieb "VEB Otto Grotewohl" der heute zu DOW Chemical gehört.

Im selben Jahr, 1952, feierte das Kulturhaus in Böhlen mit einem Saal von 1000 Plätzen und weiteren Veranstaltungsräumlichkeiten seine Eröffnung. Die Planungen begannen bereits im Jahr 1949 und gingen von der Sowjetunion aus. Die Leitung der Sowjetischen Aktiengesellschaft hatte für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Werktätigen des Böhlener Kombinats viele Millionen Mark zur Verfügung gestellt. Für den Bau des Kulturpalastes in Böhlen wurde ein Kostenvoranschlag von 11,8 Millionen Mark ermittelt. Die Bewilligung der Mittel zeugt davon, wie bewusst sich die Verantwortlichen schon damals über die ökologisch belastete mitteldeutsche Krisenregion waren. Schließlich beschrieb die Zeitung "Das neue Deutschland“ bereits am 4. Oktober 1949 Böhlen mit den Worten: "Tag und Nacht rauchen dort die Schornsteine, die Luft ist dunstig und benimmt den Atem, Staub und Ruß bedecken die Straßen.

Eine freudige Eröffnung war 1954 die Einweihung der katholischen Kirche in der Jahnstraße. In Zeiten, in denen der Sozialismus sein Gedankengut gegen Andersdenkende Strömungen verteidigte und der Kirche im Allgemeinen skeptisch gegenüberstand, konnte die Genehmigung zur Eröffnung einer Kirche als liberaler Zug gewertet werden.

1963 musste auch die Stadt Trachenau der Kohle weichen. Die nun gemeindefreie Ortschaft Gaulis, die zuvor der Gemeinde Trachenau angehörte, wurde 1964 von Böhlen eingemeindet und zu einem Ortsteil von Böhlen.

Am 7. Oktober 1964 erhielt Böhlen das Stadtrecht verliehen und ging eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Vaulx-en-Velin ein. Eine Umstellung des Rohstoffs Braunkohle auf Erdöl in der Produktion erfolgte 1969. Am 1. Januar 1969 fusionierte der VEB Kombinat Otto Grotewohl Böhlen, der VEB Kombinat Espenhain und der VEB Teerverarbeitungswerk Rositz zum VEB Erdölverarbeitungskombinat Otto Grotewohl Böhlen. Der Olefinkomplex wurde bis 1975 ausgebaut. Als in den 80er Jahren die UDSSR die Erdölexporte in die DDR rationierte und gleichzeitig die Preise anhob, setzte die DDR Führung notgedrungen verstärkt auf Braunkohle zur Energiegewinnung. Die Folgen waren kathastrophale Zustände in der Region.

Den Fußballern der Betriebssport-Gemeinschaft BSG Chemie Böhlen gelang 1977 der Aufstieg in die höchste Liga der DDR. Doch bereits 1983 folgte der erneute Abstieg in die II. Liga.

Mit Abriss statt Sanierung begegnete man 1979 dem Böhlener Schloss. Dafür wurden 1979 ein neues Wohnhaus für Senioren und ein Arbeiterwohnheim gebaut und Böhlen-Nord entstand. 1985 wurde im neuen Böhlen-Nord die erste kombinierte Kindereinrichtung eröffnet. Heute beherbergt das Haus die Kita "Böhlener Knirpse". Zwei neue Wohnblöcke wurden 1987 gebaut und als Arbeiterwohnheime genutzt.

1987 beschäftigte der VEB Otto Grotewohl Böhlen 7.800 Werktätige und stellte ca. 12 % der industriellen Warenproduktion des Bezirks Leipzig.


Autor: nokiland


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