GENEX 1988


Zusatzkatalog
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Bilder aus der DDR

Grill, Mikrowelle,Kaffeeautomat zur Doppelseite 14/15 mit Seitenvorschau  

Ebenfalls unsinnig ist das Angebot Nr.5 von Seite 15, ein Rollenhalter von Leifeit. Heute mag es Sinn machen, meine Mutti hat noch so ein Ding aus Nachwende-Zeiten an der Wand. Aber in der DDR gab es keine Küchenrollen zu kaufen, sie wurden weder produziert noch Importiert. Der Nutzer dieses 39,- DM teuren Produktes hätte Küchenrollen für viel Geld im Westen nachbestellen müssen. Dummerweise waren DDR Bürger noch weit von der Verschwendung der BRD Bürger entfernt. Niemand hätte Geld für Küchenrollen ausgegeben. Essensreste wurden mit Aufwaschlappen entfernt, die unbegrenzt in der Waschmaschine gereinigt werden konnten. Solch eine Verschwendung von Papier, nur um einen Klecks irgendwo zu entfernen, widersprach vollkommen der Vernunft einer Hausfrau in der DDR. Selbst Tempos waren Unfug pur. Wir wuchsen mit Taschentüchern aus Baumwolle auf, die immer und immer wieder gewaschen und auf Falte geprügelt wurden. Unsere Kinder wurden nicht mit Traubenzucker gepudert und in Papierwindeln a la Pampers gelegt. Es gab Baumwoll-Windeln, die stets ausgewaschen und wiederbenutzt wurden. Einzig für die große Toilette wurde Papier verwendet. Aber Küchenrollen aus Papier zum wegwerfen? So etwas kannten und wollten wir nicht.

Interessanter war schon die Mikrowelle Bosch vom Typ HMG 642 B. So etwas war in der DDR absolut unbekannt. Ab und zu sah man diese Technologie in diversen Westfilmen, aber vorstellen konnte sich darunter kaum ein DDR Bürger etwas. Essen erwärmen dank Mikrowellen? Das war so futuristisch wie heute die Nano-Technik. Man nahm es hin, dass es so etwas im "Westen" gab, dachte aber nicht darüber nach. Halt, man nahm es weniger "hin", man dachte darüber nicht einmal nach. Eine "Mikrowelle" war so ein "No Go", wie die Reise zum Mond oder nach Los Angeles.

Auch der Bosch Espresso Kaffee Automat hätte in der DDR erstaunen ausgelöst. So etwas gab es nicht im Handel und solch ein Gerät stand auch bei keinem Bekannten. Die Seiten 14 bis 15 des GENEX Zusatzkataloges von 1988 passen eher in das monatliche Werbeprospekt von Lidle, Penny oder ALDI, nur das die Preise sich unterscheiden. Die Bosch Mikrowelle gäbe es heute für 39 Euro statt 630,- DM, der Severin Raclette-Partygrill wird in unveränderter Form für 49,- Euro statt 125,- D-Mark angeboten. So meinte auch ein Bekannter vor wenigen Tagen, der GENEX Zusatzkatalog von 1988 sagt ihm absolut nichts. Er schaut aus wie ein aktuelles Werbeblatt eines beliebigen Discounters. Dem muss ich zustimmen. Diese 20 Jahre alten Angebote sind auch heute noch zu bekommen, wenn auch zu anderen Preisen. Was schlussfolgern wir daraus? Dass heute zig Jahre alte Technik vertrieben wird, oder dass vor 20 Jahren der DDR Bürger dieselbe Technik wie heute beziehen konnte? Wenn ich mir den GENEX so anschaue, habe ich das Gefühl, dass die privilegierten Bürger in der DDR genau so "gut" lebten wie heute wie Gesamtdeutschen. Technologisch betrachtet standen sie uns im Heue in nichts nach.


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