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Array ( ) Antifaschistischer Schutzwall - DDR Lexikon, Begriffe, Erklärungen, Abkürzungen, Definitionen, Umschreibungen


Antifaschistischer Schutzwall


Der Antifaschistischer Schutzwall oder auch Antiimperialistischer Schutzwall war ein anderer Begriff für die Mauer, der Grenze zu Westdeutschland.

Ende der 50'er Jahre nahm die Auswanderung in die BRD von z.B. Fachpersonal, Ingeneuren, und Handwerkern drastische Züge an. Die sozialistisch geführte DDR konnte nicht neben der BRD bestehen. Während die DDR viele Bereiche im Sinne seiner Ideologie subventionierte, den "Arbeiter und Bauernstaat" ausrief, herschte 200 Meter weiter weg die freie Marktwirtschaft. Wer eine gute Bildung besaß, konnte mehr Geld verdienen als ein normaler Arbeiter. Erheblich mehr. Und es gab keine Versorgungsengpässe. Handwerker verdienten in der DDR zwar auch mehr Geld als ein normaler Fabrikarbeiter, doch war diese Kluft nicht so groß wie in der marktwirtschaftlich orientieren BRD. Und selbst wenn ein "Besserverdiener" in der DDR sich angemessen entlohnt fühlte, konnte er sich mit seinem Geld zwar das eine oder andere "leisten", aber ebend lange nicht den Konsumstandart der BRD erreichen.

In der DDR ausgebildete Fachkräfte zog es magisch in den "Westen". Die DDR war ein System für Idealisten. Für Menschen, die an das "Gute" glaubten. Das man durch ehrliche Arbeit und gute Ideale, die Welt verbessern kann. Aber der Mensch wird nicht als Idealist geboren und selbst die größten Versuche ihn für solches Gedankengut zu begeistern, scheitern an der Natur des Menschen. Er möchte sich durchsetzen, besser sein als Andere, er braucht den Konsum als Indikator für seinen Erfolg.

So war es auch in der DDR ende der 50'er Jahre. Die in der DDR ausgebildeten hochqualifizierten Fachleute verließen das Land, die einfachen Arbeiter verblieben im "Arbeiter und Bauernparadies". Sie hätten mit der BRD keine bessere Wahl getroffen. Aus dieser Zeit stammt auch der Spruch "Die Köpfe gehen in den Westen, die Ärsche bleiben im Osten.".

Was hat ein Staat für eine Alternative, deren Intelligenz auswandert? Er kann entweder seine Politik aufgeben,  damals den Sozialismus, und den Kapitalismus einführen, oder er verhindert, dass die auf Staatskosten ausgebildeten Fachleute den "Buck" machen. Man muß ich vor Augen führen, das der Staat die Bildung aller Bürger garantierte. Nicht nur Bürger mit Geld und aus gutem Hause konnten sich ein Studium leisten. Jeder Bauer von einem verwahrlostem Bauernhof konnte zum Wissenschaftler werden. Geld spielte keine Rolle. Der Staat investierte in die Bildung seiner Bürger Millionen (damals noch viel Geld) und dann liefen sie einfach davon. "Danke für die Bildung, aber im Westen kann ich mehr Profit daraus schlagen!".

Es war eine äußerst missliche Lage. Die junge DDR stand zwar unter dem ideologischen  und nicht immer sehr feinem Pantoffel der Sowjetunion, aber sie ging mit guten Zielen ins Rennen. Ein Staat aber, deren Intelligenz auswandert, kann nicht bestehen. Die damalige DDR Führung plante und realisierte letztendlich die "Mauer". Offiziell sollte sie die DDR vor dem imperialistischen Klassenfeind schützen. Was jahrzehntelang den Bürgern doktriniert wurde. aber schon damals waren die Gründe wirtschaftlicher Natur. Eine Frage des Überlebens eines ganzen Staates.

Mit der Mauer kam der kalte Krieg und die Probleme. Die DDR Bürger wurden eingeschlossen. Nicht jeder empfand es jedoch so negativ, viele waren froh, dass der Staat ein Recht auf Arbeit postulierte, es kein Hunger oder gravierende soziale Unterschiede gab. Die Politik und die Konsumsucht machten aus der Mauer, getarnt von der DDR als "antifaschistischer Schutzwall" ein Problem.

1989 wurde es wieder brenzlig im System. Aber wie durch ein Wunder lernte die DDR Führung aus der Geschichte, schickte keine Panzer auf die Straße, sondern gab sich geschlagen. Es hätte auch wie in China ausgehen können. Tausende Tote. Dazu kam es nicht.

Wen man heute aber über die Mauer, den "antifaschistischer Schutzwall" redet, muß dies im Kontex der damaligen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lage geschehen. Die Mauer war nicht die beste Erfindung, aber sie war eine alternative Lösung für die Frage: "Soll die DDR sich und ihre Ziele aufgeben, oder versuchen zu verhindern dass ein großer Teil der Intelligenz abwandert.


Lexikon der DDR Begriffe


Pioniereisenbahn
Pioniereisenbahn wurde eine Parkeisenbahnen genannt, die durch Jugendorganisationen wie eine richtige Eisenbahn betrieben wurden. Der Begriff Pioniereisenbahn anstelle des Begriffes Parkeisenbahn ... mehr
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Ein Brötchen wurde oft Semmel genannt. Oder auch Schrippe. mehr
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Als Staniolpapier bezeichnete man in der DDR die Alufolie oder auch Silberfolie. mehr
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Eine Kinderzeitung vom Verlag Junge Welt, gegründet 1946 und die älteste Kinderzeitung in der DDR, wurde mit einer Auflage von ca. 800.000 Exemplaren monatlich vertrieben. Die ABC-Zeitung sprach K ... mehr






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Katarina Witt ist eine deutsche Schauspielerin, Moderatorin und ehemalige Eiskunstläuferin, die im Einzellauf für die DDR und nach der deutschen Einheit für Deutschland startete. Sie ist die Olympiasiegerin von 1984 und 1988, die Weltmeisterin von 1984, 1985, 1987, 1988 und die Europameisterin von 1983 bis 1988.