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Der Arbeitsvertrag im Bereich der DDR Volksbildung


Der Arbeitsvertrag zwischen einem Besch√§ftigten und einem Betrieb, einer Institution oder einem Amt war in der DDR gem√§√ü ¬ß 20 GBA die Begr√ľndung eines Arbeitsrechtsverh√§ltnisses.

Die Gestaltung des Arbeitsvertrages wurde durch die im GBA festgelegten Grunds√§tze und den Belangen einzelner Besch√§ftigtengruppen festgelegt. Beispielsweise waren Vereinbarungen zwischen dem Minister f√ľr Volksbildung und dem Zentralvorstand der Gewerkschaft "Unterricht und Erziehung" bez√ľglich der Verg√ľtung und der Arbeitszeit der Lehrer, Erzieher und Kinderg√§rtnerinnen von Bedeutung.

Im Bereich der Volksbildung war jedes Arbeitsrechtsverh√§ltnis durch einen schriftlichen Arbeitsvertrag gem√§√ü ¬ß 20 GBA, durch eine Vereinbarung zwischen dem P√§dagogen und dem Schulrat auf Grundlage des vom Ministerium f√ľr Volksbildung herausgegebenen Musterarbeitsvertrages (VuM Nr.13/1971 S. 158) zu begr√ľnden. Allerdings bedeutet das nicht, dass ein m√ľndlich vereinbartes Arbeitsrechtsverh√§ltnis ung√ľltig w√§re. Hier fehlt lediglich die Schriftform, welche der P√§dagoge gem√§√ü ¬ß 23 Abs.2 GBA fordern und auch √ľber die zust√§ndige Konfliktkommission durchsetzen lassen kann. Ein verbindliches Arbeitsrechtsverh√§ltnis entstand also nicht erst mit dem Abschluss eines schriftlichen Arbeitsvertrages. Bereits bei Willens√§u√üerung eines Vertragspartners, mit dem Gegen√ľber ein Arbeitsrechtsverh√§ltnis einzugehen und der Zustimmung der Gegenpartei, war ein Vertrag zustande gekommen. Bereits aus einem m√ľndlichen Vertrag erwachsen dem Rat des Kreises und dem zuk√ľnftigen Kollegen alle gesetzlichen Pflichten und Rechte eines Arbeitsrechtsverh√§ltnisses, was der ¬ß 23 Abs. 2 GBA ausdr√ľcklich beschrieb. M√ľndliche oder schriftliche Absprachen, die diesem Grundsatz entgegenstehen, sind regelm√§√üig nichtig. Mit dem Zeitpunkt des Arbeitsbeginns traten alle arbeitsrechtliche und sonstige Rechtsnormen des Arbeitsrechtsverh√§ltnis in Kraft.

Durch den Abschluss des Arbeitsvertrages erhielt der P√§dagoge einen Arbeitsplatz, dessen Arbeitsaufgabe gem√§√ü der Arbeitsordnung fixiert wurde. Mit Direktoren und Schulleitern wurden keine Arbeitsvertr√§ge abgeschlossen, ihr Arbeitsrechtsverh√§ltnis begr√ľndete sich durch eine Berufung.

Ausnahmen gab es. Viele Direktoren waren nicht im Besitz einer ordentlichen Berufungsurkunde. Dabei handelt es sich aber meist um bereits langjährig tätige Funktionäre, bei denen die Kreisschulräte als ordentliche Ratsmitglieder es versäumten dem Kreistag eine entsprechende Beschlussvorlage zu unterbreiten. Durch solche Versäumnisse entstanden den Direktoren jedoch keine nachteiligen Folgen.


Autor: nokiland


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