Themen | Familie & Kindheit

Der Kindergarten in der DDR


Die Themen "Kindergarten" und "KindertagesstÀtte" (Kita) waren kein Thema in der DDR. Jeder konnte einen Kindergartenplatz bekommen und das kostenlos. Lediglich Essensgeld fiel in geringer Höhe an. Was aber war anders zu den heutigen Kitas?


Ein freier Kindergartenplatz fĂŒr jedes Kind
©RSM 
Die Themen "Kindergarten" und "KindertagesstÀtte" (Kita) waren kein Thema in der DDR. Jeder konnte einen Kindergartenplatz bekommen und das kostenlos. Lediglich Essensgeld fiel in geringer Höhe an. Was aber war anders zu den heutigen Kitas?

Meine Frau beschrieb es so: "Heute werden im Kindergarten Kinder oft nur aufbewahrt, damals wurde etwas mit ihnen unternommen, ihnen wurde etwas beigebracht".

Das stimmt. Heute gibt es keine Pflicht, die Kinder auf die Schule vorzubereiten. Damals gehörte es einfach dazu.

Kinder gingen gern in den Kindergarten, die Betreuer beschĂ€ftigten sich mit den kleinen Rackern. Heute hört man oft von Kitas, in denen die Kinder sich selbst ĂŒberlassen werden.

Diese auf den ersten Blick moderne soziale Umgebung, hatte jedoch auch eine ganz klare sozialistische Motivation: Seit der GrĂŒndung der DDR im Jahre 1949 gehörte die Gleichstellung der Frau und deren Eingliederung in den Erwerbssektor zu den offiziellen Zielen der Gesellschaftspolitik. Diese Emanzipation war nicht nur weltanschaulich aus den Idealen der Arbeiterbewegung begrĂŒndet, sondern hatte auch rein praktische volkswirtschaftliche GrĂŒnde: die wirtschaftliche Lage der DDR machte die BerufstĂ€tigkeit der Frauen schlichtweg notwendig, um den gesellschaftlichen Aderlass durch den Krieg und die Flucht- und Abwanderungsbewegung ab 1945 bis zum Mauerbau 1961 auszugleichen und die StabilitĂ€t des sozialistischen Wirtschaftssystems zu sichern.

Um Frauen zur BerufstÀtigkeit zu motivieren, gab es sowohl Anreize als auch moralischen und ökonomischen Druck. Zu den Anreizen zÀhlten:

  • die Öffnung fast aller Berufszweige fĂŒr Frauen
  • die gesetzliche Festschreibung der gleichen Bezahlung der Geschlechter fĂŒr gleiche Arbeit,
  • Frauenqualifizierungsmaßnahmen,
  • die Schaffung von Kinderkrippen-, Kindergarten- und HortplĂ€tzen,
  • sowie eine Reihe von anderen sozialen VergĂŒnstigungen fĂŒr MĂŒtter.

Der Kindergarten war keine Abgabestelle fĂŒr Kinder, sondern ein Ort des Lernens und Spielens
Der Kindergarten war keine Abgabestelle fĂŒr Kinder, sondern ein Ort des Lernens und Spielens 
Foto:Maecker 

Der ökonomische Druck hingegen beruhte auf der Tatsache, dass auf Grund der Gehaltsstruktur der DDR eine Familie in der Regel darauf angewiesen war, dass beide Partner berufstÀtig waren um einen ausreichenden Lebensstandard erreichen zu können.

Der moralische Druck lag in der staatlichen Propagierung und der gesetzlichen Festschreibung der „Pflicht zur Arbeit“ begrĂŒndet nach der Frauen ebenso wie MĂ€nner nicht nur das Recht sondern auch die Pflicht hatten arbeiten zu gehen. So heißt es im Artikel 24, Absatz 2 der Verfassung der DDR vom 9. April 1968:

"Gesellschaftlich nĂŒtzliche TĂ€tigkeit ist eine ehrenvolle Pflicht fĂŒr jeden arbeitsfĂ€higen BĂŒrger. Das Recht auf Arbeit und die Pflicht zur Arbeit bilden eine Einheit.“

Vor diesem Hintergrund verwundert es also nicht, dass es in der ehemaligen DDR eine auch fĂŒr heutige VerhĂ€ltnisse moderne Versorgung mit Kindergarten und KindertagesstĂ€tten gab. Der Staat brauchte die MĂŒtter fĂŒr die Produktion.


Autor: nokiland


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Schlagwörter: Kinder Kindergarten KindertagesstĂ€tte Kita



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