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Die Mauer - Berlins politisches Wahrzeichen



Teil 1: Die Mauer - Berlins politisches Wahrzeichen


Vor der Wende wurde mir beigebracht, die Mauer dient als Schutz vor m√∂glichen milit√§rischen Konflikten mit der US-amerikanischen Besatzungsmacht in West-Berlin. Nach der Wende erz√§hlte man, die Berliner Mauer wurde gebaut um uns einzusperren. Heute, √ľber zwei Jahrzehnte nach dem Ende des kalten Krieges, sollten wir unsere Kinder aufkl√§ren, dass wohl beides nur Halbwahrheiten waren.


West-Berlin Sektoren√ľbergang Friedrichstrasse 1964
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Deutschland unter den Alliierten Siegermächten Frankreich, England, USA, Sowjetunion aufgeteilt. Der Sowjetunion, bekannt auch als UdSSR, (dessen Kern heute Russland ist), wurde das Gebiet zugeteilt, das später als Deutsche Demokratische Republik (DDR) in die Geschichte einging. Aber es wurde auch Berlin, die ehemalige Hauptstatt des deutschen Reichs, aufgeteilt.

Aufgrund des Umstandes, dass Berlin sich mitten auf dem Gebiet der 1949 gegr√ľndeten DDR befand, waren Konflikte und Probleme geradezu vorprogrammiert. Eine Stadt mit 2 verschiedenen W√§hrungen, unterschiedlichen Gesetzen und gegens√§tzlichen Wirtschaftssystemen - und auch unterschiedlichem Wohlstand.

Es ist naheliegend, dass die Menschen in beiden Teilen versuchten, das Beste aus der Situation zu machen. Denn, man muss sich vorstellen, dass eine Gro√üstadt wie Berlin, in der mehr als eine Million Menschen wohnten, zwar von zwei unterschiedlichen Staaten nach unterschiedlichen Vorstellungen regiert wurde, aber die geteilte Stadt lediglich durch Schlagb√§ume getrennt wurde. T√§glich fuhren tausende Bewohner des Ost-Teils in die westliche H√§lfte zur Arbeit. Der westliche Teil, zumindest die Arbeitgeber, freut sich √ľber die billigen, aber gut ausgebildeten Arbeitskr√§fte. Billig im √∂stlichen Teil wohnen und leben, aber im Westteil der Stadt die Arbeitskraft teuer verkaufen. Der Verwaltung des Ostteils gef√§llt die Situation √ľberhaupt nicht, denn sie muss die vollen Sozialleistungen bereitstellen. Aber sie hatte keinerlei Handhabe. Dazu kam auch noch, dass Bewohner des reichen Westens t√§glich in den Ostteil der Stadt fahren und subventionierte Lebensmittel ramschten. Bei einem Tauschkurs von 1:4 und vom Osten subventionierten Preisen, bezogen die Westler Lebensmittel und Waren des t√§glichen Bedarfs zu einem Zehntel dessen, was sie in ihrem Teil der Stadt daf√ľr h√§tten bezahlen m√ľssten.

Doch auch der westlich regierte Teil Berlins war nicht gl√ľcklich mit der Situation. Die Ost-Berliner kamen in Schaaren √ľber die Grenze und nahmen den West-Berlinern die Arbeit weg. Gut ausgebildete Fachkr√§fte aus Ost-Berlin ruinierten den Arbeitsmarkt West-Berlins. Sogar immer mehr "West-Firmen" finden die Situation nicht mehr tragbar. Aufgrund der billigeren und subventionierten Waren im Osten, gingen im Westen die Ums√§tze in diesen Segmenten drastisch zur√ľck.

Auf der anderen Seite der Stadt schimpften die Ost-Berliner, dass die Westler ihre ganze Stadt aufkaufen und sie vor leeren Regalen stehen mussten. Es g√§rte auf beiden Seiten. Zwar gibt es hin und wieder partielle Vorz√ľge, aber im Gro√üen und Ganzen war die komplette Situation sehr risikobehaftet. Denn Unmut formiert sich schnell zu Widerstand - auf beiden Seiten. Und wenn es im geteilten Berlin zu Auseinandersetzungen gekommen w√§re, h√§tte Ost-Berlin Hilfe von der Sowjetunion bekommen und f√ľr West-Berlin h√§tten die West-Alliierten eine Streitmacht zur Verf√ľgung gestellt.

So war die Situation im Jahre 1961.


Autor: nokiland


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Schlagwörter: DDR Mauer Berlin


Teil 1: Die Mauer - Berlins politisches Wahrzeichen
Teil 1: Die Mauer - Berlins politisches Wahrzeichen
Teil 2: Die Sieger des II. Weltkriegs teilen Deutschland unter sich auf
Teil 3: Aus Deutschland werden zwei Staaten
Teil 4: Die Mauer - das offene Staatsgeheimnis
Teil 5: Und plötzlich war die Mauer da
Teil 6: Reaktionen auf den Mauerbau
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