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Freiheit - im Rahmen der Gesetze


Mit einer Diktatur verbindet man die Empfindung nicht "frei" zu sein, Verboten und Vorschriften folgen zu m√ľssen, denen man ganz bestimmt nicht frei zugestimmt hat. In der DDR war alles reglementiert - erinnert man sich. Heute ist man frei und darf im Rahmen der Gesetze machen was einem beliebt.


Aufräumen an der Berliner Mauer
Aber, war das nicht auch so in der DDR? "Im Rahmen der Gesetze" gab es in der DDR alle Freiheiten. In der DDR durfte jeder B√ľrger alles im Rahmen der Gesetzm√§√üigkeiten tun. Und es war vieles durch Gesetze und Verordnungen geregelt.

Pornografische Zeitschriften und Filme durften beispielsweise auch nicht in irgendeiner Schmuddelecke verkauft werden. Der Besitz war zwar nicht verboten, wohl aber der Verkauf. Auch durfte nicht jeder jedes Gewerbe aus√ľben. Ein Bef√§higungsnachweis war in ein einigen Branchen genau so an der Tagesordnung wie heute. Selbst eine Musikgruppe, die berufsm√§√üig √∂ffentlich auftreten wollte, brauchte einen Bef√§higungsnachweis als Musikschaffender. Heute w√ľrde man sich einen solchen Nachweis f√ľr Kandidaten bei DSDS und anderen Casting-Shows w√ľnschen. Aber eine spezielle Erlaubnis zum Musikmachen? Wem es nicht gef√§llt, der kann ja gehen ‚Äď was zumindest bei einem Konzert auch zu DDR-Zeiten m√∂glich gewesen w√§re. Wir DDR B√ľrger m√ľssen das Thema nicht ausweiten; es ist bekannt, was alles nicht so einfach war.


Rentner hatten in der DDR Reisefreiheit und ein gutes Auskommen
Rentner hatten in der DDR Reisefreiheit und ein gutes Auskommen 
Foto:RSM 

Viel interessanter ist aber die Frage, wie es heute ist. Dass der Verkauf von Pornos kontrolliert wird, ist keine schlechte Idee. Kinder sollten an so etwas auf keinen Fall kommen. Dazu z√§hlt auch die "Ruf-mich-an!" Werbung in den Medien. Meine Frau kann ohne flimmernden TV nicht einschlafen. Das geht vielen so. Finde ich nicht gut, ist aber so. Wenn unser 7 j√§hriger Sohn zu Mama ins Bett krabbelt, w√§re nichts schlimmer, als wenn eine Frau sich √ľber den TV zum Telefonsex anbietet und der Kleine bekommt das mit. Schon die nackten Damen auf der Titelseite der BILD sind f√ľr mich als Vater eines kleinen Kindes nicht w√ľnschenswert. Die BILD ist √ľberall pr√§sent. M√ľssen unsere Kinder sich schon im Kindergarten wundern, warum Frauen sich derart zeigen? Das hat nichts mit Pr√ľderie zu tun. Aber Kinder sollten etwas anderen in den Fokus ger√ľckt bekommen als Gewalt, Tod und Sex.

Also, was die Medien betrifft, w√§re ein ‚Äěbi√üchen DDR" schon positiv. Es findet auch nicht meinen Beifall, wenn bereits zur Tageszeit Kinderfilme mit Kraftausdr√ľcken und Beschimpfungen gl√§nzen. Oder in Talkshows Begriffe wie "Wichser" und "Schlampe" fallen. Und das zur besten Tageszeit wo Kinder aus der Schule sind und eventuell den Fernseher einschalten. Es sollte mehr auf die Jugend geachtet werden, statt auf gelangweilte Erwachsene, die sich solch eine Berichterstattung rund um die Uhr gerne reinziehen und sich damit der Werbeindustrie als potentielle Konsumenten anbieten.


Autor: nokiland


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Teil 1: Freiheit - im Rahmen der Gesetze
Teil 2: Staatliche Verbote heute
Teil 3: Beschränkungen in der DDR
Teil 4: Vordenken - f√ľr wen?