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Leipzigs Ausflugsziele: Der Wildpark


Der Leipziger Auenwald beherbergt viele Leipziger Sehens­wĂŒr­dig­kei­ten, Erholungsorte und Ausflugsziele. Dazu gehört der Leipziger Wild­park im Stadtteil Connewitz auf einer FlĂ€che von 42 Hektar. Der Schwer­punkt der Tierhaltung liegt auf einheimische Wildtieren, die in natur­nahen Gehegen vorgestellt werden.


Der Eintritt ist kostenlos, weshalb bei gutem Wetter Menschenmassen in den sehr groß und weitlĂ€ufig angelegten Wildpark strömen. Der Unterschied zum Leipziger Zoo ist die nicht so stark ausgeprĂ€gte Kommerzialisierung. Im Zoo wartet, ĂŒbertrieben gesagt, an jeder Wegkreuzung ein EishĂ€ndler um Kindern durch ĂŒberteuerte Preise das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ein Zoobesuch ist fĂŒr viele Leipziger unbezahlbar geworden. Der Wildpark hingegen garantiert jeden BĂŒrger einen erholsamen Tag in der Natur, egal wie viel Geld er ausgeben möchte. Viele GrĂŒnflĂ€chen in der Sonne, aber auch schattige RastplĂ€tze laden zum Picknick ein. Der Leipziger Wildpark beherbergt ca. 30 in Mitteleuropa lebende oder mittler­­weile heimisch gewordene Tierarten mit etwa 250 Tieren. In ausgedehnten Gehegen fĂŒhlen sich Rehe, Wildschweine, Elche und Wisente wohl. Ein ge­mein­sames Gehege haben Rot-, Dam- und Muffelwild. Im offenen Freigehege werden Luchse, Fischotter, Wildkatzen, WaschbĂ€ren, Mink, RotfĂŒchse und der europĂ€ische Nerz gehalten.


Am anderen Ende des Leipziger Wildpark wartet das Blockhaus Restaurant
Am anderen Ende des Leipziger Wildpark wartet das Blockhaus Restaurant 
Foto:RSM 

Die GrĂŒndung des Wildparkes war keine geplante Aktion. Der Leipziger MĂŒhlenbesitzer Jacob schenkte im Jahre 1904 der Stadt Leipzig vier StĂŒck Damwild. Die Stadt Leipzig beschloss, auf der FĂŒllenwiese ein Gehege anzulegen. Mit der Zeit wurden aus 4 StĂŒck Wild immer mehr, der Tierbestand wuchs und die Stadt Leipzig beschloss im Jahre 1906 die GrĂŒndung eines ausgedehnten Wildparks. Wenig spĂ€ter wurde eine AusflugsgaststĂ€tte errichtet. Als der Krieg vorbei war, wurden die Gehege geöffnet und die Tiere in die freie Wildbahn entlassen. Angesichts der Hungersnot wurden Übergriffe der Bevölkerung auf die Tiere des Wildparks befĂŒrchtet denn nach dem Krieg stand lange Zeit kein Kapital fĂŒr die WeiterfĂŒhrung des Wildparks zur VerfĂŒgung. Erst im Jahre 1972 beschloss der Leipziger Stadtrat die Wiedereinrichtung des Wildparks, der 1979 in einem viel grĂ¶ĂŸeren Umfang als zuvor eröffnet wurde.

Neben dem Zweck der Erholung und der ZĂŒchtung vom Aussterben bedrohter einheimischer Tierarten, sieht sich der Wildpark im Besitz eines Bildungsauftrages. Wo sonst in Leipzig könnte man dem Stadtbewohner die Welt der Wildtiere so hautnah und vor allem kostenlos vermitteln.

Mittlerweile gibt es im Wildpark eine Haustierfarm, in der Kinder und Erwachsene in der Stadt nicht vorkommende Haustiere entdecken können. Kinder können darĂŒber hinaus auf Ponys oder Kamelen reiten. Eine gemĂŒtliche aber eher kleine GaststĂ€tte und ein Freisitz mit gastronomischen Betrieb versorgen den Bauch der Besucher. Erstaunlich ist die geringe KapazitĂ€t der gastronomischen Einrichtungen des Wildparks im VerhĂ€ltnis zu den tĂ€glich oft zig tausenden Besuchern. Man sollte annehmen, es regiert ein GedrĂ€ngel und Geschubse. Aber nein, der Leipziger Wildpark als Ausflugsziel wird gern fĂŒr das Picknick in der Natur genutzt. Viele Besucher breiten ihre Decken auf den Wiesen aus oder packen ihren Picknickkorb auf einer der vielen Sitzmöglickeiten aus. Warum immer unter Massen speißen, wenn mitten in der Natur die mitgebrachten belegten Stullen und der Kaffee viel besser schmeckt?


Der Spielplatz im Leipziger Wildpark
Der Spielplatz im Leipziger Wildpark 
Foto:RSM 

Ich persönlich ziehe den Wildpark dem bekannten Leipziger Zoo vor. Im Zoo regiert der Kommerz. Erwachsene GĂ€ste zahlen 13 Euro, Kinder 9 Euro Eintritt. Eine Dreiköpfige Familie zahlt allein 35 Euro fĂŒr den Eintritt. Wer ein Kind hat, weiß wie gerne es Eis ißt, an der Zoo-Eisenbahn Station machen möchte oder von dem einen oder anderen Angebot verlockt wird. Ein- bis zweimal pro Jahr ist der Leipziger Zoo okay. Aber dann wird es langweilig. Man befindet sich nicht in der Natur, sondern man erkauft sich lediglich den Eintritt fĂŒr ein Tier-GefĂ€ngnis. Im Wildpark befindet man sich jedoch mitten in der Natur.


Autor: nokiland


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Schlagwörter: Leipzig Auenwald Wildpark