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Stelltransformator Neutron - wenn der Fernseher einschlief


Wer kennt ihn nicht mehr - den Stelltransformator, der neben jeden DDR Fernseher in den 70-ziger Jahren stand. Zur damaligen Zeit war die Spannung im Stromnetz großen Schwankungen unterworfen. Wenn statt 220 Volt nur 180 Volt aus der Steckdose kamen, funktionierten nicht alle GerĂ€te einwandfrei. Die Lösung lag in der Verwendung eines sogenannten Stelltransformators. Er wurde zwischen Steckdose und Fernseher gesteckt.


Stelltransformator Feutron 1223
Jedoch hatten Röhren so ihre Anforderungen zum Betrieb an den Strom. Er sollte konstant sein. Mit so einer Röhre konnte man perfekt Signale verstĂ€rken. Stufenlos analog, statt digital begrenz und scheppernd, wie heute mit unseren digitalen Schaltkreisen. Noch heute genießen RöhrenverstĂ€rker höchstes Ansehen in Fachkreisen. Sind teuer. Aber sie waren nicht pflegeleicht.

Der Stelltransformator zeigte die aktuelle Spannung aus der Steckdose an. War sie zu niedrig, musste man den Schalter soweit nach oben drehen, bis der Zeiger des Messinstrumentes die gewĂŒnschte Spannung von 220V anzeigte. Die Röhren im Fernseher wurden mit der richtigen Spannung beliefert und das Bild stand. Hatte mein keinen Stelltransformator zu Hand, "lief" das Bild im Falle von Stromschwankungen weg. Die Zeilenfrequenz stimmte nicht mehr.

Das abgebildete Modell "Feutron 1223" wurde im Werk "VEB Feutron Greiz" von 1968 ab gebaut. Das GehĂ€use bestand aus Thermoplast und hatte die Abmessungen 180x110x180mm. Der Stelltrafo zum Ausgleich von Spannungsschwankungen zwischen 150 bis 250 Volt verfĂŒgte ĂŒber 14 Regelbare Stufen. Eine Glimmlampe zeigte an, ob die optimale Ausgangsspannung von 220V geregelt ist. Die Anzeigegenauigkeit des GerĂ€tes wurde mit +/- 1,5% angegeben.

Den Feutron Stelltransformator 1223 gibt es nicht mehr im Handel. Aber die Feutron GmbH hat es ĂŒber die Wende hinweg geschafft. 1941 grĂŒndete Karl Weiß ein IngenieurbĂŒro in dem kleinen Ort Greiz. Nach dem Krieg wurde es umbenannt in "Feutron Karl Weiß KG" und spĂ€ter im Zuge der Enteignung in der DDR in "VEB Feutron Greiz". FĂŒr die Feutron Werke war der Stelltransformator nur ein Nebenprodukt fĂŒr die KonsumgĂŒterproduktion, aber eben DAS Produkt, an das man sich noch erinnert.

1990 wurde VEB Feutron Greiz wieder privatisiert. Heute BeschÀftigt sich die Feutron GmbH mit Umwelt- und Klimaschutz. Ein Ex-DDR Betrieb, der sich eine Position in der "neuen Welt" erarbeitet hat.


Autor: nokiland


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Schlagwörter: FernsehgerĂ€t Stelltransformator Feutron Technik