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Wie stand es um das Bildungswesen in der DDR?


War das Bildungswesen in der DDR besser? Die Einen sagen aus Erfahrung "ja", die Anderen aus Unglauben "Nein" und die Dritten lassen Behauptungen vom Stapel, die nicht nachvollziehbar sind.


Sch├╝ler bekunden ihr Lernziel
Irgendwo in einem Forum habe ich aufgeschnappt: "...wegen Angst vor Repressalien wurde das Niveau am schlechtesten Sch├╝ler ausgerichtet. Dadurch hatte die halbe Klasse eine eins. Supersystem, echt..."

Die Wahrheit ist: Die Schlechtesten wurde nicht in die h├Âhere Klasse versetzt und der Lehrplan blieb der gleiche. Wer mit dem Schulstoff nicht hinterher kam, lernte und ├╝bte bis er sicher war. In der DDR ging man 6 Tage lang zur Schule, auch am Samstag. Der Vergleich von Lehrb├╝cher aus DDR und BRD zeigt alles m├Âgliche, aber kein Niveauabfall gegen├╝ber dem westlichen Lehrplan. Sch├╝ler wurden dar├╝ber hinaus zu ausserschulischen Leistungen motiviert und brachten dem Staat Millionen durch Erfindungen und sogenannten "Neuerer Vorschl├Ągen" ein. Die Bildung der DDR Sch├╝ler war so hoch, dass viele von ihnen in die Kombinate gingen um dort die Produktionsabl├Ąufe und Maschinen zu verbessern.

Ein andere Zitat: "..freie Berufswahl gab's auch nicht.". Das sage ich nur, geht zu: "http://www.aus-der-ddr.de/ddr_kleinanzeigen.html". Es beleuchtet auch den Arbeitsmarkt in der DDR. Betriebe bewarben in Zeitungen ihre Ausbildungspl├Ątze. Ausgelernte Arbeiter suchten sich per Anzeigen neue Wirkungskreise. Wer eine freie Berufswahl in der DDR ausschlie├čt, hat nicht in der DDR gelebt.

Eine weitere unwahre Aussage ist: "....wer Abitur oder ein Studium wollte, musste sich der Parteidiktatur unterwerfen. Absolut erstrebenswert, findet ihr nicht...?"

Tatsache ist: Mit 16, wenn das Abitur beginnt, konnte man noch kein Mitglied der Partei werden und die Zulassung zur Uni wurde von den Leistungen des Anfragenden bestimt sowie der Verf├╝gbarkeit

der Studienpl├Ątze, so wie es auch heute ist. Mit einem kleinen Unterschied: wenn sich 10 Leute mit gleichen Leistungen um einen Studienplatz stritten wurde unter Umst├Ąnden der Sch├╝ler bevorzugt, welcher sich in ausserschulischen Aktivit├Ąten hervor tat. Manchmal waren sicher auch "Beziehungen" hilfreich. Aber generell erfolgte eine Auswahl anhand der schulischen Leistungen und der Verf├╝gbarkeit von Studienpl├Ątzen. H├Ątten Studierende nur aufgrund ihrer "Unterwerfung" dem "System" gegen├╝ber einen Studienplatz bekommen, h├Ątte die Stasi nicht Millionen in die Observation der Studentenbewegung investieren m├╝ssen.

Real gesehen gab es in der DDR weniger Schulabrecher als heute. Es kam eher selten vor, dass Sch├╝ler die Schule schw├Ąnzten. Sitzenbleiber kamen vor, waren aber die Ausnahme.

Das Bildungswesen der DDR sah einen "Auftrag" in ihrem Treiben, keine gesetzlich verordnete Pflicht. Damals waren Lehrer ein Faktor in der Erziehung der Jugend, Werte vermittelnd. Heute sind Lehrer Angestellte des ├Âffentliches Dienstes mit einem Gehaltsbezug und oft ÔÇô aber nat├╝rlich nicht immer- wenig Motivation, mehr als das zu tun wof├╝r sie bezahlt werden.

Das Bildungssystem der DDR wurde teilweise von Finnland ├╝bernommen - heute steht Finnland an der Spitze in der Pisa-Studie.

Es ist schwer mit Adjektiven wie "besser", sch├Âner" oder "perfekter" umzugehen. Was ist "besser" in welcher Hinsicht? "Besser" f├╝r die Sch├╝ler, die weniger lernen mu├čten, weniger unter Druck standen? Oder "besser" f├╝r die Bildung der Sch├╝ler? In der DDR gab es weniger "Druck". Da die meisten Sch├╝ler untereinander auf einem ├Ąhnlichen Niveau standen, gab es weniger frustrierte Sch├╝ler mit Lernschwierigkeiten, welche dann das Lernklima in der Klasse herunter zogen. Nicht jeder mochte die Schule zu jeder Zeit, aber nach den gro├čen Ferien freute man sich auf die Schule, die Freunde wieder zu sehen. Es lernte sich entspannter in der DDR und die Ergebnisse waren ├╝berzeugend.

Was am Bildungsstem nun "besser" war oder nicht, kann heute in stundenlangen Diskussionen zerpfl├╝ckt werden ohne auf einen Nenner zu kommen. Die schulischen Leistungen der Sch├╝ler in der DDR sprechen aber f├╝r sich und zeigen sich deutlich in der Bewegung "Messe Meister von Morgen" (MMM, ein Jugendwettbewerb in der DDR,├Ąhnlich dem "Jugend forscht" Projekt) ab. Ziel war es, bei der Jugend das Interesse f├╝r Technik und Wissenschaft zu steigern und so neuen Ingenieurs-Nachwuchs zu schaffen. Im Jahre 1988 gab es 856.500

Exponate von 2.887.600 Teilnehmern (Quelle:Statistisches Jahrbuch der Deutschen Demokratischen Republik: 1989. Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik). Der vergleichbare Wettbewerb in der BRD, "Jugend forscht", heute der gr├Â├čte europ├Ąische Wettbewerb seiner Art, kommt nicht ansatzweise an diese Beteiligung von Jugendlichen heran.


Autor: nokiland


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Schlagwörter: Bildungswesen Schule