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Fernsehen der DDR


Das Fernsehen der DDR (DDR-FS) war das staatliche Fernsehen der DDR. Es strahlte seine ersten Versuchssendungen 1952 aus. Seitdem hatte es sich im gesamten Leben der DDR einen wichtigen Platz erworben. Seine Informationssendungen berichteten über die Entwicklung des Sozialismus in der DDR und die Aufbauarbeit in den befreundeten Ländern sowie über alle aktuellen Weltereignisse. In vielfältigen Formen dienten seine Sendungen der kulturellen Bildung, der Unterhaltung und Entspannung.

Das DDR-Fernsehen verfügte über Studios in Berlin, Dresden, Halle, Rostock, Leipzig und Karl-Marx-Stadt (Farbstudios), ferner über Originalübertragungswagen, ein Kopierwerk und Aufzeichungsanlagen zur Konservierung von Fernsehsendungen. Ein umfangreiches Netz von Fernsehsendern und Kanalumsetzern gewährleistete einen einwandfreien Fernsehempfang in allen Teilen der DDR. Mit dem seit 1969 aufgestrahlten II. Programm begannen die ersten Farbsendungen, die auch im I. Programm einen großen Anteil ausmachten.

Das DDR Fernsehen war stark einseitig geprägt von der staatlichen Propaganda. Über Entwicklungen im Westen wurde stets negativ berichtet, bzw. das Negative selektiert und als Abschreckungsbeispiel dargestellt. aus der DDR und dem sozialistischem Ausland hingegen wurde durchweg positiv berichtet. Kritik an Problemsituationen wurde nicht geübt.

Die Unterhaltungssendung "Ein Kessels Buntes" lockte Samstag ABend viele Zuschauer vor die Flimmerkiste. Die bekannte "Ulknudel" und "Berliner Schnauze" Helga Hahnemann war ein ihrer Moderatoren. Die Attraktivität dieser Sendung wurde durch Gastauftritten westlicher Interpreten gesteigert.

Sehr beliebt war die Sendung "Willi Schwabes Rumpelkammer", in welcher belustigende Ausschnitte älter Filme gezeigt und von Willi Schwabe kommentiert wurden.

"Mit dem Herzen dabei" war eine erfolgeiche Unterhaltungssendung aus den Jahren 1964 bis 1970, die vom Format her stark an heutige Sendungen erinnert. "Geehrt" wurden vorbildliche oder besondere Werktätige, oft in überraschender Weise. Beispielsweise ist ein Mann völlig überrascht, als er von einer Dienstreise nach Hause kommt und sein Haus fertig renoviert vorfindet. Oft wurde, zur Belustigung des Publikums, mit "verstecker Kamera" gearbeitet.

Eine andere Sparte der "Unterhaltung" bildeten naturwissentschaftliche Sendungen, Themen rund um Haus und Garten oder Sport. Im Bereich Sport war die Sendung "Mach mit, mach´s nach, mach´s besser" mit Moderator "Adi", vor allem bei Kindern und jugendlichen beliebt.

"Außenseiter Spitzenreiter" wird heute noch ausgstrahlt und gilt als älteste Unterhaltungssendung im deutschen Fernsehen. In ihr werden Kurioses und Hintergründiges vorgestellt, so zum Beispiel Menschen mit außergewöhnlichen Hobbys und Begabungen, nicht alltägliche Erfindungen oder ungewöhnliche Rekord.

Großen Anklang fanden die im DDR Fernsehen gezeiten russischen und vor allem tschechischen Märchen. Letztere werden auch heute noch in deutsprachigen Sendeanstalten ausgestrahlt.

Überlebt hat auch das damalige Sandmännchen bis heute und schaffte es hin zum Kultstatus. Der DDR Sandmann erschien jeden Tag in einem anderen Outfit an anderen Orten. Mit Fellbekleidung bei einer Eskimofamilie oder auf einem Bauernhof zwischen Hühnern und Bauerfamilie. Er führte abendlich stets eine andere Geschichte vor. Aus seinen Anfangszeiten gibt es eine lustige Begebenheit. Nach getaner Arbeit schlief der Sandmann in der ersten Folge an einer Straßenecke ein. Die Ausstrahlung einer Szene - es war Ende November und sehr kalt – führte zu Protesten von Eltern. Viele Kinder sollen dem Sandmännchen in Briefen ihre Betten angeboten haben.

Das Fernsehen der DDR war nicht schlecht. Was aktuelle Geschehnisse betraf jedoch zu einseitig oder systembezogen. Die Staatsführung wollte den Bürgern nicht das Leben im "Westen" schmackhaft machen.

Das Fernsehen der DDR überlebte die Widervereinigung nur für eine kurze Zeit. Der Sendebetrieb des Deutschen Fernsehfunks wurde am 31. Dezember 1991 um Mitternacht eingestellt. Die Auflösung des Senders wurde bis zum Ende kontrovers diskutiert. Nicht nur deren Mitarbeiter wünschten sich den Erhalt der Sender, auch viele Zuschauer wollten die Programme nicht missen.

Es wurde 1991 der MDR (mitteldeutscher Rundfunk) mit Sitz in Leipzig gegründet, welcher viele damalige Formate weiterführte, die sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen.


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Lexikon der DDR Begriffe


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